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10–12–2018

Litigation-PR


Studie: Öffentliche Meinung nimmt Einfluss auf Gerichtsverfahren

Litigation-PR – obwohl die breite Öffentlichkeit primäre Zielgruppe ist, haben Medien einen spürbaren Einfluss auf Gerichtsprozesse. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Publizistik der Universität Mainz.

Im Rahmen dieser Untersuchung wurden deutschlandweit 580 Richter und Staatsanwälte befragt. 53 Prozent der Richter und sogar 62 Prozent der Staatsanwälte denken während des Prozesses an die möglichen Reaktionen der Öffentlichkeit. Aber nicht nur auf Richter und Staatsanwälte, auch auf die weiteren Prozessbeteiligten haben die Medien offenbar Einfluss. Mehr als ein Drittel der Befragten glaubt, Medien beeinflussen direkt das Verfahren, weil sie das Verhalten von Zeugen, Opfern oder Tätern vor Gericht veränderten.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die PR-Professionalisierung wächst: Fast jeder vierte Richter und beinahe jeder zweite Staatsanwalt bittet seine Pressestelle um aktive Mitarbeit bzw. Unterstützung. „Das zeigt, wie sehr heutzutage um die Deutungshoheit im Gerichtssaal der Öffentlichkeit gekämpft wird“, lautet ein Fazit der Studienautoren.