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20–01–2016

Strategische Kommunikation


Haben Sie eine „listening strategy“?

Der Mensch hat zwei Ohren, aber nur einen Mund. Schon aus dieser physiologischen Gegebenheit könnte man ableiten, dass der Aufnahme von Information mehr oder zumindest die gleiche Bedeutung beigemessen werden soll wie dem aktiven Verbreiten. Die Praxis sieht allerdings anders aus…

Laut European Communication Monitor 2015 wird strategische Kommunikation häufig auf das Vermitteln von Botschaften reduziert. Ein systematisches Zuhören und Aufnehmen von Meinungen aus dem Umfeld ist hingegen in vielen Organisationen bislang nicht institutionalisiert. Während 78 Prozent der befragten Organisationen konkrete „messaging strategies“ etabliert haben, verfügen nur 56 Prozent über „listening strategies“, mit denen das Feedback von Bezugsgruppen in interne Entscheidungsprozesse integriert werden kann. In Österreich beträgt der Anteil gar nur 39 Prozent.

Trotz dieses Missverhältnisses gaben neun von zehn Kommunikationsverantwortliche in der Studie an, dass ein institutionalisiertes Stakeholder-Monitoring einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Unternehmensziele leisten kann. Dies lässt den Schluss zu, dass den befragten Unternehmen die Bedeutung einer Zuhör-Strategie zwar durchaus bewusst ist, die operative Implementierung aber anscheinend Schwierigkeiten bereitet.